Aktuelles

20 Jahre theater 3 hasen oben

Jubiläumspremiere am 20. Oktober 2018 um 20.00 Uhr

„Die Show“ – Soundtrack zur aktuellen Lage

DGH Immichenhain (hinter dem Sportplatz)
im Anschluss: Premierenfeier auf dem Hof des theater 3 hasen oben

Am Sonntag, 21. Oktober ab 15.00 Uhr
Das große KulturAnstifterMobil-Fest
auf dem Hof des theater 3 hasen oben

Ausstellung, Mini-Aufführungen, Porträts von Menschen aus der Schwalm
MitmachAktionen, Live-Musik,
KulturTherapie mit Dr. Rosina Landi
Bar, Kaffee, Kuchen, Snacks

“Schmincke is alle.“
Premiere vom DokumentarFilm der letzten Tour des „Kontrabass“ – von Maxi Buck um 18.00 Uhr

Herzliche Einladung!

 

 

 

Auch 2018 startet das

Kultur-Anstifter-Mobil

wieder durch die Nordhessische Landschaft.

Wir machen wieder Halt in Dörfern und Städten der Schwalm und Umgebung, bei den Landrosinen und laden Groß und Klein ein, dabei zu sein. Die Presse wird die aktuellen Termine bekanntgeben.

Das Kultur-Anstifter-Mobil  wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Modellprojekts Kulturkoffer

Sabine Imhof vom Kulturkoffer-Hessen schrieb über das große Fest im September 2017:

Ein bunt gefülltes Festwochenende lang konnte man im beschaulichen Inmichenhain beim theater 3 hasen oben die stolzen Ergebnisse des Kultur-Anstifter-Mobils bestaunen, welches seit diesem Frühjahr durch den Schwalm-Eder-Kreis tourte.

Der Kulturwohnwagen kommt ins Dorf
Willinghausen, Neukirchen, Winterscheid, Loshausen, Wernswig und viele Orte mehr –  an insgesamt 15 Stationen in den umliegenden Dörfern des Schwalm-Eder-Kreises machte das Kultur-Anstifter-Mobil der Theaterleute Silvia Pahl und Klaus Wilmanns den Sommer über Halt, um die Menschen zum Kunstmachen anzustiften. Ziel war, die Jugendlichen in den Dörfern zu erreichen und ihnen Möglichkeiten der kreativen Entfaltung aufzuzeigen, ihnen Raum zum Andersdenken und Ausprobieren zu geben. Ein umgebauter Wohnwagen diente als Basisstation und Treffpunkt, von wo aus die Interessierten mit Wahrnehmungs-, Spiel- oder Sammelaufgaben über den Gartenzaun der Nachbarn blicken konnten, wo sich im gemeinsamen kreativen Tun Filmideen entwickelten oder die persönlichen Empfindungen im Schauspiel und der Performance ausgedrückt werden konnten. Das Kunstmobil machte auch bei Festen oder in den Schulen der Region halt, um dort für kulturelles Schaffen zu sensibilisieren. Die direkte Aufforderung „… auch Deine Sicht auf die Welt ist wichtig!“ ermutigte viele Jugendliche und auch so manchen Erwachsenen, sich zu äußern, das große Angebot zu nutzen und mit verschiedensten Kunstformen zu experimentieren. Denn ins kleine Mobil hatten die Akteure so einiges hineinpackt: Von Schreibmaschine zu Filmkamera, von Kostümen über Handspielpuppen zu Musikinstrumenten aller Art, war alles zu haben.

Eine Scheune voller wundersamer Dinge
Kein Wunder, dass auch beim großen Festwochenende nicht nur Kultur konsumiert, sondern auch aktiv mitgestaltet werden konnte. Das Herzstück – das KAMobil –gleich am Eingang des Hofs platziert, lockte die Gäste mit verführerischer Stimme ins Innere. Die mit unglaublicher Detailfreude auf engstem Raum arrangierte Ausstellung zeigte, mit viel Humor gespickt, die Aktionen auf, die im letzten halben Jahr hier aus den Begegnungen im Mobil hervorgegangen waren. Weiter ging es in der großen, verwinkelten Scheune der Theaterleute: Man konnte sich über die verschiedenen Stationen informieren, Presseberichte und Fotomaterial einsehen, hatte aber auch die Möglichkeit, sich zu verkleiden und Zeit in einer anderen Rolle zu verbringen oder im gemütlichen Ohrensessel einer Hörcollage zu lauschen.

Theatrale Portraits, Jugend im Käfig und Rapper im Film
An Darbietungen aller Art durfte es zu einem gelungenen Fest natürlich auch nicht fehlen. Zur Einstimmung versammelte man sich an der kleinen Bühne in der Scheune und bekam einige, der gesammelten Personenportraits in unterhaltsamer Theatralik mit musikalischer Untermalung von Kontrabass oder Miniaturklavier geboten. Die beiden Kulturakteure und ihre neu gewonnenen Mitanstifter hatten den Menschen der Umgebung Fragen gestellt. Aus den gegebenen Antworten entwickelte sich nun mit geschickter Intonation eine komödiantisch abstrakte Personenzeichnung. Ganz oben direkt unters Dachgebälk der Scheune wurde zur Performance „Der Käfig“ oder „Hikikomori“ gerufen. Als Hikikomori werden in Japan Menschen bezeichnet, die sich freiwillig in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren, weiß Wikipedia. Die fünf Schüler*innen der Steinwaldschule in Neukirchen ließen sich von den mit Tiergesichtern maskierten Gästen zunächst „füttern“, um anschließend in einer emotional ergreifenden Darbietung zu erzählen, „wie es sich anfühlt“ jugendlich zu sein. Auch einige Kurzfilme waren den Sommer über entstanden, mit spannenden Titeln, wie „Doppelmord in Wernswig“, bei dem sowohl vier Menschen als auch vier Besen als Protagonisten fungierten oder „Gorilla“, ein schrilles Rappervideo aus Leimbach. Musikalische Unterhaltung mit der regionalen Band „Krün“ plus Gast „Tara“ am Samstag und „Milena Buck“ am Sonntag, sowie kulinarische Köstlichkeiten in der SCHLARAFFENBAR, dem sehr heimelig zur Kneipe umgestalteten ehemaligen Stallgebäude, rundeten das Fest für alle in toller Atmosphäre ab.

Da das Konzept des Mobils auf großen Zuspruch gestoßen ist – über 135 Jugendliche zwischen 8 und 20 Jahren nahmen am Angebot aktiv teil – und schon weitere „Kulturanstifteranwärter“ in der Region Interesse an Beteiligung und Weiterführung bekundet haben, kann man auf zukünftige Aktionen im Kreis gespannt sein.
si
KulturKoffer-Hessen

 

Wir haben einen neuen Mitarbeiter; den 3. hasen:    Maxi Buck
seit 2017 ist Maxi bei uns in vielen Projekten freischaffend tätig, herzlich Willkommen!

Aufbau eines TheaterJugendClubs:
Maxi ist verantwortlich für den Aufbau eines TheaterJugendClubs:

NEWS – NEWS – NEWS
Theater-Jugendclubs existieren nur in den großen Städten. Nein, Schluss damit. Wir haben unseren eigenen Jugendclub hier auf dem Land mitten in der Schwalm gegründet. Für alle jungen Menschen, die Bock auf Theater, kreatives Spinnen oder Experimentieren haben: der „theater 3 hasen oben-Jugendclub“ trifft sich ab Freitag, den 01.06.2018 wöchtenlich von 17-19 Uhr in den Räumen der Wagnergasse 3 in Treysa. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldungen an info@3hasenoben.de oder maxi.buck@gmx.de
Ein großes Dankeschön geht an die Stiftung der Kreissparkasse Schwalm-Eder für die Förderung des Projekts, an Michael Schott von der Stadtjugendpflege Schwalmstadt für die Unterstützung sowie an Georg Schlamann für das zur Verfügung stellen der Räumlichkeiten.

 

Preisübergabe in der Hessischen Staatskanzlei von Staatsminister Axel Wintermeyer
perfomance von Jugendlichen beim großen Kultur-Anstifter-Mobil-Fest 2017 Foto: Sabine Imhof
Mexiko-City November 2015

Stücke

Daumesdick

Kleiner Held, großes Theater

Foto: Armin Zarbock

Ein TheaterAbenteuer mit Musik für alle ab 5. Von Silvia Pahl, Klaus Wilmanns, Stefan Ebeling nach den Brüdern Grimm.

Regie: Stefan Ebeling

Die Inszenierung ist sowohl Abenteuergeschichte als auch Komödie: spannend, überraschend, subversiv und urkomisch. Obwohl Daumesdick ein Winzling ist, wächst er durch Wagemut und Neugier über sich hinaus. Er trickst Betrüger aus, schlägt Diebe in die Flucht, wird von einer Kuh verschluckt – und kehrt am Ende wohlbehalten nach Hause zurück.

Mit viel Kreativität und Liebe zum Detail wurde hier ein Stück entwickelt, das mit einfachsten Requisiten eine unterhaltsame Reise auf die Bühne zaubert und den Perspektivwechsel Groß-Klein dabei herrlich vielseitig darzustellen weiß. Das Zusammenspiel von Silvia Pahl und Klaus Wilmanns ist geprägt von Harmonie und viel Talent für verschiedenste Charaktere: das Elternpaar des Winzlings, die zwielichtigen Geschäftsleute, die Daumesdick kaufen, das dümmliche Diebes-Duo, die Magd, der Pfarrer und nicht zuletzt Daumesdicks Stimme – all diese Rollen bringen die Schauspieler mit Witz und Talent hervor. Regisseur Stefan Ebeling hat die Mittel des Theaters weit nach oben gehalten.

Presse

Ein Tisch, zwei Stühle. Ein Bauer, seine Frau; tiefbetrübt. Ganz still ist es, sehr still, kirchenstill. Ganz lange. Eine Wendung des Kopfes, ein Blick. Und mucksmäuschenstill ist und bleibt die Kinderschar im Saal. Ein sich dehnender Augenblick von ganz eigener Magie. Dabei wird in den Kindern ganz offensichtlich etwas „angeknipst“: eine innere Bühne, von Action und Aufregung freigeräumt, ein wacher Sinn, ein Freiraum für ungeteilte, gespannte Aufmerksamkeit.
So wirkt diese Inszenierung mit ihrer Mischung aus Ruhe und ausdrucksstarkem, auf das Wesentliche reduzierte Spiel plus wohldosierter Digi-Tech wie ein wirkungsvoller Gegenentwurf zur Bilderflut unserer Zeit. (Kornwestheimer Zeitung)

Workshop zum Stück
Weitere Fotos auf f
Kritik aus Leverkusen     Bad Wildungen                                                                       

Foto: Armin Zarbock
Foto: Armin Zarbock

Sichtbar sein oder unsichtbar sein,
was ist besser?

Schritt für Schritt

Jede Entwicklung beginnt mit einem ersten Schritt

Foto: Anna Lysikow

Theater für die Kleinsten und ihre Begleiter ab 2, von Silvia Pahl.

Regie: Silvia Pahl und Günther Baldauf

Schritt für Schritt ist ein Spiel über Bewegung und Entwicklung. Ein Stück fast ohne Worte und voller Poesie. Was ist nötig, damit aus Stillstand Bewegung wird? Eine Blume braucht die Erde, die Sonne und den Regen, um zu wachsen. Der Mensch braucht Freiheit – Spielraum, um sich zu bewegen, sich auszuprobieren und zu lernen. Die Inszenierung zeigt dieses Lebensprinzip auf spielerische und poetische Weise. Ein faszinierender Ausflug: spielen, ausprobieren, weiterentwickeln.

Was geschieht eigentlich, wenn ich lerne, mit meinen Füßen auf dem Boden abzurollen? Die Spieler erkunden den Zusammenhang zwischen Mensch und Erdboden, sie machen sich den Boden vertraut, schmiegen sich innig mit ihren Fußsohlen an den Untergrund, berühren ihn mal kräftig mal sanft – der Boden wird zum Mitspieler. Und was geschieht, wenn sich die Spieler für Augenblicke vom Boden lösen, einen Moment abheben, schweben? Eine Ahnung: am Boden verhaftet zu sein ist kein Gegensatz der Freiheit, sondern deren Voraussetzung. Wer fest auf dem Boden steht, kann ihn nutzen – zum Sprung!

Presse
„Füße sprechen ohne Worte. Mit Leichtigkeit erzählte das Ensemble bei der Premiere von der Faszination des Laufens. Gebannt verfolgten die Kinder ab zwei und auch Erwachsene die Schritte der beiden Hauptdarsteller. Namen hatten die Füße nicht, aber Persönlichkeiten. Zart, neugierig und weich die einen, groß, sicher und männlich die anderen.“ HNA    „Bewegung wird durch ganz simple Impulse in Gang gesetzt: ein Wassertropfen aus einer Gießkanne,…Töne vom Daumenklavier… Das ist so einfach, wie poetisch, so normal und zugleich so aufregend.“ Leonberger Kreiszeitung „Eine Ode an den Odem: zu Beginn ließen sich die Schauspieler einen gepusteten Windhauch vom Publikum schenken. Diesen trugen die beiden Akteure mit Zartheit, Lebendigkeit und Klugheit durch das gesamte Stück. So konnten die kleinen Besucher bei ihrem ersten Besuch im Theater erfahren, dass eine gelungene Aufführung glücklich machen kann.“ MAZ

2011 in Indien
2015 in Mexiko-City

 

Foto: Anna Lysikow
Foto: Anna Lysikow
Foto: Anna Lysikow

Schneewittchen

Einfach zu schön zum Sterben

Foto: Mark Biech

Theater mit Musik für alle ab 5 nach den Brüdern Grimm

Regie: Günther Baldauf

Das Märchen vom schönen Mädchen, der neidischen Stiefmutter, ihrem magischen Spiegel und den freundlichen Zwergen. Die Inszenierung in der Regie von Günther Baldauf setzt dabei ganz auf die besondere Kraft der Musik und die Wandlungsfähigkeit seiner Schauspieler. Klaus Wilmanns macht Musik und Geräusche auf einer Vielzahl von Kleininstrumenten und Materialien. Silvia Pahl verwandelt sich mit Leichtigkeit ganz einfach im „Haarumdrehen“. Wenn Schauspiel und Musik zu einer Einheit verschmelzen, denn entsteht etwas Neues – ein Bild voller Poesie, ein ironisches Augenzwinkern, eine magische Atmosphäre.

Presse

„Bis zum Ende durchdacht ist jede Kleinigkeit der Aufführung. Faszinierend die Präsenz von Pahl und Wilmanns.“ HNA      „Zwar gibt es etliche Figuren im Stück – allein schon die sieben Zwerge – doch statt auf schiere Masse setzte das mit dem „Kinder- KulturKönig“ als beste Inszenierung der „Wiesbadener KinderKulturTage 2008“ ausgezeichnete Stück auf Klasse. Zum leichten Spiel von Silvia Pahl, die neben dem Schneewittchen auch die böse Stiefmutter oder den guten Jäger gab, gesellte sich Klaus Wilmanns geniale Begleitung. Er verkörperte nicht nur die sieben Zwerge, sondern unterlegte das Bühnengeschehen auch live mit Musik, Stimmen und Klängen. So schufen die beiden Theaterleute eine perfekte Atmosphäre,…“ Geilenkirchener Zeitung „Dies war ein Sahnestück. Hier stimmte alles: ein tolles Bühnenbild, Silvia Pahl als großartige Schauspielerin in verschiedenen Rollen, Klaus Wilmanns als „Geräuschezauberer“, der die Geräusche perfekt zu jeder Szene formte und damit dem Stück seine individuelle Note verlieh.“ Ortskulturring Schafflund

weitere Presse

Foto: Mark Biech

Der Froschkönig

Ein Märchen, wie man es sich zu allen Zeiten wünscht

Foto: Süddeutsche Zeitung

Ein Verwandlungswunder für alle ab 4 nach den Brüdern Grimm

Regie: Günther Baldauf

So hat man den Märchenklassiker noch nicht erlebt. Das Goldkugellied auf den Lippen tänzelt die Prinzessin durchs Leben. Der quirlige Wasserpatscher ergötzt sich zum Vergnügen der Zuschauer an seiner selbsterfundenen Froschsprache. Bis zu jenem Tag, an dem der Prinzessin ihre geliebte goldene Kugel in den Brunnen fällt. Die Bühnenwand wird zum Brunnen, als Schattenspiel versinkt die Kugel auf den Grund. Der verliebte Frosch bietet der Prinzessin seine Hilfe an und entlockt ihr jenes verhängnisvolle Freundschafts-Versprechen, welches sie jedoch niemals einzulösen gedenkt…so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Der Frosch quakt den Blues am Bass, die Prinzessin schlägt den off-Beat auf dem Glockenspiel. Die Häutung des Frosches zum Prinzen wird genüßlich in Zeitlupe zelebriert, fast wie eine Geburt. Ausdrucksstarke Bilder, prächtige Kostüme, zauberhafte Musik und eine geheimnisvolle Atmosphäre lassen die alte Geschichte mit Witz und Poesie lebendig werden. Ein unvergessliches Theatererlebnis.

Presse

„Das theater 3 hasen oben liefert mit dem „Froschkönig“ ein Meisterstück! Brillant, wie mit einfachsten Mitteln großes Theater vermittelt wurde. Zarte, aber auch laute und nachhallende Klänge halfen dem Theaterstück in seiner geistreichen Klarheit.“ Hersfelder Zeitung „Das bestach nicht nur durch Grimmsche Originalpassagen, sondern zudem durch gegenwartsnahe Inhalte und Sprache. So mühelos wie den Spagat zwischen Mythos und Moderne meisterten Pahl und Wilmanns auch den rasanten Rollen- und Kostümwechsel…“ HNA     „Das theater 3 hasen oben vermochte mit einem Mindestmaß an Kulisse, farbenfrohen Kostümen und Duo-Besetzung eine Inszenierung auf die Bühne zu bringen, die in Sachen Kreativität und Einsatz szenischer Mittel im Kindertheater vielleicht einzigartig ist.“ Main-Spitze, Rüsselsheim

Foto: Paavo Blavield
Foto: Paavo Blavield
Foto: Paavo Blavield

Die-Show

Soundtrack zur aktuellen Lage

Foto: Steffen Dittmar

Theater mit Musik für alle Menschen ab 15

Regie: Silvia Pahl

In der Inszenierung von Silvia Pahl hält ein gut gelauntes, aber völlig überfordertes Moderatoren-Duo seinem Publikum den Spiegel vor. Mutig, munter, naiv, unerschütterlich – wie zwei moderne Don Quichotes – kämpfen Silvia Pahl als Madam Chili und Klaus Wilmanns als Master Wild Man gegen Windmühlen.

2 Schauspieler, die 2 Moderatoren spielen, gleichzeitig die Technik bedienen, die Musik für die Show live erzeugen und darüber hinaus Darsteller in den eingespielten Filmen sind. Es entspinnt sich ein Spiel im Spiel, in dem Silvia Pahl und Klaus Wilmanns versuchen, allen Aufgaben gleichzeitig gerecht zu werden. Die Aufführung ist Sinnbild des Lebensgefühls der heutigen Zeit.

Wir haben uns im Netz unzähliger Selbstinszenierungen verfangen und uns alle gemeinsam in einer großen Endlos-Inszenierung verheddert.

Was ist Show? Was ist real?
Wer ist in Unordnung? Die Welt, oder wir selber?
Durchschauen wir die Rollen, die wir spielen?
Verstehen wir das Spiel, das sich Leben nennt?
Spielen wir?
Sind wir echt?
Was glauben wir?
Wem misstrauen wir?
Wofür sterben wir?
Was ist wahr und wer hat Recht?
Und wann ist die Party am intensivsten? … die Musik,
die Liebe, der Tanz? Vor oder nach dem Krieg?

Fast beiläufig stellt die Inszenierung Fragen, nach dem Normierungsdruck und nach dem Leistungsdruck in unserer Gesellschaft. Diese beiden Themen betreffen das Leben von Kindern und Jugendlichen in hohem und ständig wachsendem Maße.

„Die Show“ ist eine Philosophie über nichts weniger, als über die Frage: „Wie wollen wir leben?“

Foto: Steffen Dittmar
Foto: Delf Schnappauf

painting songs

Klangperformance für Kinder von 2 - 5 Jahre

Foto. Steffen Dittmer

Staunen und Lauschen. Auf diese Weise erkunden kleine Kinder die Welt. Das theater 3 hasen oben lädt ein zu einem Fest der Klänge und Geräusche, um gemeinsam zu Staunen und zu Lauschen.

Was klingt in diesem Raum?
Welches Lied singt mein Körper?
Wie klingen die Bewegungen?
Welchen Klang haben Dinge, Farben, Gefühle?
Welche Geschichte erzählen uns die Geräusche?
Wie klingt dieser Augenblick?

Spielend, lauschend und experimentierend komponieren wir den Song des Augenblicks. Das theater 3 hasen oben spielte seine Produktion „Schritt fürSchritt“ für Kinder ab 2 in der gesamten Bundesrepublik, in den USA, in Indien und in Mexiko. 2016 Einladung nach Wroclaw (Kulturhauptstadt Europas). Mit PAINTING SONGS begeben sich die Künstler wieder auf eine weite Reise. Eine Expedition auf der Suche nach Allem, was klingt.

Ohren auf großer Reise

Ziegenhain. Wenn Hände brummen, Nasen hupen und Arme klingeln, dann gehen Ohren auf Reisen: Am Mittwoch waren Kinder aus den Kindergärten Schrecksbach und Am Alleeplatz in Ziegenhain Mitreisende und Orchestermusiker gleichzeitig.

Sie erlebten das Stück „painting songs“ mit Silvia Pahl und Klaus Wilmanns vom Theater „3 hasen oben“. Die Schauspieler zeigen das Bühnenwerk in der Ziegenhainer Kulturhalle an drei Tagen dieser Woche.

Experiementell und überaus fantasievoll nahmen die Schauspieler Kinder ab zwei Jahren mit ins Geschehen: Mal leise, mal laut, mal übermütig, dann wieder ganz zaghaft nutzten sie nicht nur ihre Instrumente als Resonanzkörper, sondern vor allem ihren eigenen Körper.

Anfangs noch zurückhaltend lernten die Akteure kennen, mit welchen Körperteilen sie in Interaktion treten können. Aus dem Klatschen auf Beine, Po, Arme und Bauch ergab sich alsbald ein Song für den Augenblick. Die Kinder erfuhren, welche Geräusche ein Raum singen kann – und lauschten gebannt, wie es klingt, wenn man ins Mikrofon ploppt, schnalzt und pfeift. Auch den Gegenständen entlockte das Schauspiel-Duo manch wundersamen Klang: Da riss Papier und knirschte beim Knäulen. Da sangen Gläser gar lieblich, als die Finger der beiden zart über den Rand strichen. Die jungen Zuschauer konnten kaum ihren Blick von der Bühne wenden, probierten sich aber im Geräuschemachen auch eifrig selbst aus.

Musik beginnt im Kleinen

Entwickelt wurde das Stück durch Improvisation. Die Regie teilten sich Silvia Pahl (CoRegie) und Raphael Kassner aus Darmstadt. Seine Intention: „Den Kindern große Ohren machen.“ Dabei war der Darmstädter überrascht, wie kreativ die Kinder reagierten. „Das konnte ich so nicht erwarten, war aber toll, zu sehen.“ Die Idee der Theatermacher war bei diesem Stück in erster Linie zu ermuntern, aufmerksamer durch die Welt zu gehen. „Wir möchte vermitteln, was Musik noch alles sein kann“, erklärte Kassner. Musik beginne oft im Kleinen, eben mit einem Geräusch. „Und das ist ganz leicht mit dem eigenen Körper zu schaffen“. Das 35-minütige Stück zog letztlich nicht nur die Kinder in seinen Bann: Auch die Erwachsenen lauschten fasziniert, aber stiller. Schlussendlich endete das Stück im imposanten und fröhlichen Orchesterwerk: Pahl und Wilmanns produzierten Geräusche – Kontrabass, Harmonika, Hupe und Stimme – mischten sich mit den Klängen allerlei Rhythmusinstrumente, die die Kinder mit großer Freude ausprobierten.

Foto. Steffen Dittmer

Der Kontrabass

Virtuos auf dem Instrument - leider abgespielt: Schmincke is alle...

Foto: Paavo Blavield

von Patrick Süskind

Regie: Rainer O. Brinkmann

Das erste und einzige Mal wird Der Kontrabass von einem professionellen Kontrabass-Spieler gespielt! Klaus Wilmanns spielte den Kontrabass über 700 mal, wurde vom Goethe-Institut nach Skandinavien eingeladen, war Gast auf Schloß Elmau, spielte vor Prinzessinen und Ministern, in Stadttheatern, Wohnzimmern, wie auch in Scheunen oder Weinkellern…

Presse

„Unvergleichlich genial, polemisch und einsichtsvoll ist Patrick Süskinds Der Kontrabass. Kongenial setzt ihn Klaus Wilmanns in die Tat um. Er läßt den Kontrabass auf der Stuhlkante balancieren, schwingt ihn durch die Luft, sitzt drauf, liegt darüber, liebt ihn, haßt ihn, streicht ihn. Dazu kommt ein ausgeklügeltes Spiel mit der Zeit: Weil Wilmanns improvisierend Süskinds Regieanweisungen umsetzt, kann er die Textabschnitte gliedern, die Pausen dehnen, das Tempo beschleunigen. Wenn zu den immer dichter fallenden Wortkaskaden auch noch flinkes Fingerspiel an den Baßsaiten kommt, sich beides zum Gesamtgeräusch verbindet, entsteht so etwas wie eine neue Sprache, deren Laute aus Vokalen, Konsonanten und Baßtönen gebildet wird. Wilmanns spricht mit dem Kontrabass und durch ihn. Klaus Wilmanns Interpretation lebt vom geglückten Tempo, der nuancenreichen Stimme, der ausgeklügelten Bühnenaufteilung, der sparsamem Requisite und vor allem von Klaus Wilmanns selbst: Der den Baß liebt, zupft, streicht, beschwört, verachtet und besitzt.“ Weilheimer Tagblatt „Wilmanns Spiel ist flink und klar, er nutzt die spärlichen Utensilien der Dekoration vortefflich, läßt niemals Langeweile aufkommen, verzögert die emphatischen Momente gekonnt…“ Wetterauer Zeitung

weitere Presse:   Rinteln     Bad Berleburg

 

Floto: Paavo Blavield

LOST

eine TheaterReportage

Termine

21.01.201815.00KonrnwestheimKSchneewittchen
28.+29.01.201815.00WolfsburgStadttheaterSchneewittchen
09.02.201720.00Dinslaken...Kb
10.02.201815.00SulingenBürgerhausDaumesdick
10.02.201820.00SulingenBürgerhausDer Kontrabass letzte Vorstellung (zum letzten Mal!)
25.02.201815.00BrackenheimKulturforumFroschkönig
26.02.201815.00FilderstadtFilharmonieDaumesdick
07.03.201815.00HammKulturbahnhofpainting songs
13.03.201810.30PeissenbergMontessoriSchuleSchneewittchen
16.03.2018vorm.nachmMünchenEllie Heuss Hauspainting songs
18.03.201815,00KemptenStadttheaterSchritt für Schritt
19.03.201810.00KemptenStadttheaterSchneewittchen
20.03.201815.00MühlackerSchuleSchneewittchen
25.03.201816.00Neukirchen/KnüllMärchenhausLesung: Neukirchen um 1700
17./18.04.2018ganztägigHannoverPavillon RaschplatzKinderKulturBörse
24.04.201811.00TreysaHephatapainting songs
27.04.20183 VorstellungenKayl (Luxemburg) painting songs
Frühling/Sommerganztägigversch. OrteSchwalmKultur-Anstifter-Mobil
10.05.201816.00LoshausenSchlossparkKaMobil
19.05.201815.00HolzkirchenBenediktushofDaumesdick
21.05.2018ganztägigWillingshausenMoet by de MehlKaMobil
27.05.2017ganztägigSchrecksbachRadspass RathausKaMobil
27.05.201815.00KaufungenScheunepainting songs
14.07.201815.00Zell/MoselStadthalleSchneewittchen
17./18.07.201810.00-16.00Bad Zwesten NiederurffKaMobil
22.07.2018ganztägigLoshausenSchlossparkKaMobil
03.08.201817.00Immichenhaintheater 3 hasen obenKaMobil
31.08.201817.00WernswigPfarrscheune 1713KaMobil
31.08.201820.00WernswigPfarrscheune1713Love&peace, Protestlieder&happenings
14./15.09.2018ganztägigZiegenhainBerufsschuleKaMobil
23.09.201815.00RüsselsheimStadttheaterSchritt für Schritt
24.09.20189.00 + 11.00RüsselsheimStadttheater Schritt für Schritt
08.10.2018...EberswaldeBibliothekSchneewittchen
15.10.2018ganztägigBielefeldStadthalleTheatermarkt
20.10.201820.00ImmichenhainDorfgemeinschaftshausPremiere: Die Show
21.10.201815.00Immichenhaintheater 3 hasen obendas große KaMobilFest
26.10.201815.00FrankfurtNiederradDaumesdick
28.10.201815.00HolzburgMuseumDaumesdick+KaMobil
03.11.201820.00NiederurffAlte PfarreiGrimminell
04.11.201815.00WabernKulturbahnhofDaumesdick
15.11.201811.00 und 16.00SolingenStadttheaterSchritt für Schritt
27.11.201816.00FilderstadtFilharmonieFroschkönig
28.11.201815,00Gerlingen...Froschkönig
05.12.201810.00Schwalmstadt-TreysaStadthalleDaumesdick
09.12.201815.00Mühlhausen/Th3KDaumesdick
06.01.201916.00DürenStadttheater Daumesdick
20.01.201911.00 + 15.00DarmstadtCentralstationpainting songs
Februar 2019KinderTheater des MonatsSchleswig-Holstein21 OrteDaumesdick
09.02.201915.00Pinneberg...Daumesdick
11.02.201915.00Flensburg WeicheHeilandskapellDaumesdick
12.02.201915.00FlensburgEngelsbyDaumesdick
13.02.201915.00FlensburgRamshardeDaumesdick
14.02.201915.00ItzehoeWellenkampDaumesdick
15.02.201915.00SegebergKulturAkademieDaumesdick
16.02.201915.00SüderbarupBürgerhausDaumesdick
18.02.201915.00Oldenburg/OKulTourDaumesdick
19.02.201915.00HusumBISSDaumesdick
20.02.201910.00KielHof AkkerboomDaumesdick
21.02.201916.00Bad OldesloeKultur-BildungszentrumDaumesdick
22.02.201916.00TarpBürgerhausDaumesdick
23.02.201915.00NeustadtKulturwerkstattDaumesdick
24.02.201816.00FlensburgKühlhausDaumesdick
25.02.201910.00SchwarzenbekRathausDaumesdick
26.02.201915.00EckernfördeDas HausDaumesdick
27.02.201910.00GeesthachtOberstadtTreffDaumesdick
28.02.201910.00LübeckRöhreDaumesdick
01.03.201910.00NeumünsterJugendverbandDaumesdick
14.03.20199.00+11.00WolfsburgStadttheaterDaumesdick
09.04.201910+15.00Bad NauheimBadehauspainting songs
April/Mai 2020Kindertheater des MonatsSchleswig-Holstein21 Ortepainting songs
32.12.204525:20 UhrImmichenhainStrandbarSchlafwandel

Über uns

Foto: Klaus Wilmanns

theater 3 hasen oben

Von 1988 bis 1998 arbeiteten Silvia Pahl und Klaus Wilmanns in verschiedenen Häusern und freien Ensembles, bis sie 1998 das theater 3 hasen oben mit Sitz in Immichenhain in Nordhessen gründeten. Silvia Pahl und Klaus Wilmanns loten künstlerische Grenzen aus: Vereinfachung bis hin zum „fast Nichts“, Reduktion der Theatermittel, opulente Musik. Die Theatermacher verstehen sich als Grenzgänger zwischen Genres. Mit ihren Inszenierungen touren sie ganzjährig bundesweit und international. 3 hasen oben erhielten Preise und Auszeichnungen, wie die Teilnahme an internationalen Festivals: so waren Pahl und Wilmanns 2011 auf Einladung des Goethe-Institut mit ihrem Stück Schritt für Schritt zu Gast in den USA (Washington DC) und in Indien (Chennai, New Delhi), in 2015 in Mexiko-City.

Silvia Pahl
ist Spielerin und als Künstlerische Leiterin Impuls- und Ideengeberin des Theaters. Sie sucht nach geeigneten Themen, Stoffen und Material für Inszenierungen, sie entwickelt Spielideen und Inszenierungskonzepte. In den letzten Jahren entwickelte sie verschiedene Theaterlabore und andere Formate künstlerischer Forschung und Kulturvermittlung.

Klaus Wilmanns
ist Spieler und Musiker des Theaters. Er improvisiert, entwickelt und komponiert Musiken, Lieder und Sounds. Auf der Bühne spielt der Kontrabassist und Multi-Instrumentalist meistens live. Klaus Wilmanns leitet die musikalische Arbeit und ist zuständig für das Management der Gruppe.

 

Unser Theaterverständnis
von Silvia Pahl

Bewusst Sein statt verwertbar sein
Unsere Theaterarbeit wird durch ein besonderes Welt- und Menschenbild getragen und versucht ein Gegenpol zum herrschenden „Klima“ zu sein. Wir leben in einer Gesellschaft, die von einer materialistischen Weltsicht beinahe vollkommen durchdrungen zu sein scheint. Alles, was wir denken und tun, alles was wir lehren und lernen, alles wonach wir streben hat eine Grundlage: Verwertbarkeit. Nahezu alles, was wir tun, hat Ziele oder wenigstens Absichten. Sogar auf Spielen für Kleinkinder ab 0 Jahre (z.B. HABA-Spiele) wird auf der Verpackung aufgelistet, welche Fertigkeiten mit dem Spiel erlangt werden können. Scheinbar darf keine unserer Handlungen absichtslos sein, weil wir glauben, dass sie dann sinnlos wäre.

Auf der Strecke bleibt nichts weniger als: unser Mensch sein an sich, der Sinn unseres Daseins. Wir haben vergessen oder verlernt, unser Menschsein bewusst wahr zu nehmen und uns selbst zu feiern. Dabei ist es unser Bewusstsein, das uns als Menschen auszeichnet. Es ist unsere Fähigkeit, uns selbst zu Reflektieren, unsere Vorstellungskraft, unsere Imaginationsfähigkeit, die uns zum Menschen macht. Wir versäumen täglich, einfach da zu sein. Unsere Kinder und wir verlernen, zu spielen, um des Spielens willen; Geschichten zu spinnen, um des Erfindens willen; zu tanzen, zu singen, zu weinen. Wir verlernen und vergessen all das oder uns bleibt neben unseren Terminen zur persönlichen Optimierung schlicht keine Zeit mehr dafür. Unser Sein bewusst wahrzunehmen, hat für eine Leistungsgesellschaft keinen oder kaum einen Wert. Sich darin zu üben, ist bestimmten Berufsgruppen vorbehalten, zum Beispiel Schauspielern oder Künstlern im Allgemeinen, Geistlichen, Therapeuten.

Leistung und Druck
In unserer Zeit hat das Leistungsprinzip teilweise absurde Züge angenommen. Es gibt karriereorientierte Eltern, die ihre Kinder vom ersten Atemzug an verplanen und alle Weichen für ein Leben auf der Erfolgsspur bereits gestellt haben, bevor das Kind seinen ersten Schritt gemacht oder sein erstes Wort gesprochen hat. Neurologische Krankheiten sind in westlichen Gesellschaften sprunghaft angestiegen. Sind ADHS, Burn-out oder Depression nur Hirngespinste und Hysterie oder die Geisseln einer Zeit, in der die Menschen dem verinnerlichten Druck nicht mehr gewachsen sind?

Freiheit und Möglichkeit
Durch unsere Arbeit wollen wir Freiräume schaffen. Wir arbeiten bewusst mit Leerstelle, Lücke, Pause, Irritation, um unser Publikum einzuladen, seine eigene Vorstellungskraft einzusetzen und sie aktiv schöpferisch zu gebrauchen.
Gerade das Kinder- und Jugendtheater läuft Gefahr, instrumentalisiert zu werden und sich als verlängerter Arm der Bildungseinrichtungen benutzen zu lassen. Viele Kindertheatermacher sehen sich eher als Wissensvermittler und Pädagogen, denn als Künstler und Forscher. Oft werden wir Kindertheater von Politikern und Pädagogen dazu angehalten, uns bestimmten Themen und Problemen zu widmen, die gerade in den Lehrplan oder zum allgemeinen gesellschaftlichen Diskurs passen. Nicht selten geht es dabei darum, vorgefasste Meinungen und Lösungsvorschläge, eine anerkannte pädagogische Lesart oder einfach nur die Ideen und Vorstellungen der jeweiligen Künstler zu vermitteln. Das jugendliche Publikum soll etwas Bestimmtes begreifen, lernen und später umsetzen können (um nicht zu sagen: nachbeten können).

Wir wollen unsere Theaterarbeit nutzen, um die Antwort schuldig zu bleiben. Wir wissen keine einfachen, schnellen, beruhigenden Antworten auf die wesentlichen Fragen des Lebens. Wir wissen aber, dass Alles sich stets verändert und entwickelt. Wir wissen, dass Stabilität eine Illusion unserer Spezies ist, die uns Menschen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln soll. Wir glauben, dass es die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahrzehnte sein wird, uns Alle zu befähigen, mit der steten Wandlung des Lebens angstfreier umzugehen.
Individuen brauchen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, (Selbst)Bewusstsein, (Selbst)Erkenntnis und keine Angst vorm Scheitern, um Möglichkeitsräume nicht als Bedrohung, sondern als aktiv zu gestaltenden Raum zu erfahren. Deshalb halten wir es für unsere wichtigste Aufgabe, die Lust am genauen Beobachten, am Weiterspinnen und Weiterentwickeln zu wecken. Wir stellen Fragen, wir öffnen Räume, wir schaffen Möglichkeiten.

Haltung statt Absicht
Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Dasein in Freiheit. Wir fragen in unserer Arbeit, was das konkret zu dieser Zeit in unserem Land und in der Weltgesellschaft heißt? Der Wert und die Würde eines jeden Menschen sind gleich und nicht an Bedingungen wie Leistung, Reichtum, Amt geknüpft. In der Realität glauben die wenigsten Menschen in unserem Land an eine solche Gleichheit. Sie haben das Leistungsprinzip verinnerlicht und versuchen sich und ihre Kinder zu Gewinnern in einem Wettbewerbssystem zu machen.
Wir versuchen in unserer Arbeit eine Haltung zu diesen grundlegenden Werten einzunehmen und unterschiedliche Absichten, Möglichkeiten, Interpretationen und Ziele nebeneinander stehen zu lassen. Wir wollen ermutigen, sich eigene Gedanken und Sichten zu erarbeiten, auch mal am Mainstream vorbei zu denken, das scheinbar Unmögliche für möglich zu halten. Frei sein bedeutet nicht getrennt sein, sondern diese Einsichten im Austausch mit Anderen immer wieder zu überprüfen und flexibel zu halten, also nicht starr zu werden. Frei sein, bedeutet mitgehen zu können, mit den Anforderungen und Aufgaben des Lebens, ohne durch vorgefasste, vorgelebte oder verinnerlichte Lösungsmöglichkeiten einen eingeschränkten Blick zu behalten.

 

 

 

 

 

 

 

„Ein altes Mütterchen hatte nur vier Zähne im Mund. Drei Zähne oben, einen unten. Kauen konnte das alte Mütterchen mit diesen nicht mehr. [ … ] Und da beschloss das alte Mütterchen, sich sämtliche Zähne entfernen und sich ins untere Zahnfleisch einen Korkenzieher einsetzen zu lassen, ins obere eine kleine Zange. Das alte Mütterchen trank Tinte, aß rote Rüben und putzte sich die Ohren mit Streichhölzern. Das alte Mütterchen hatte vier Hasen. Drei Hasen oben, einen unten. Das alte Mütterchen fing Hasen mit den Händen und setzte sie in enge Käfige. Die Hasen weinten und kratzten sich mit den Hinterpfoten die Ohren. Die Hasen tranken Tinte und aßen rote Rüben. Ssa-ssa-ssa! Die Hasen tranken Tinte und aßen rote Rüben!“  Daniil Charms