theater 3 hasen oben




 
 

 

Wundertüte der Fantasie
Hänsel und Gretel, eine bekannte Geschichte - das theater 3 hasen oben lieferte eine gelungene Inszenierung: für Kinder betörend, aufregend für Erwachsene. Es zeigte ein mutiges, selbstbewusstes Geschwisterpaar mit Eltern, die am Existenzminimum leben und eine Hexe als werbende Verführerin samt Knusperhaus, das wie ein weihnachtlicher Konsumtempel anmutete.
Als der Spuk vorüber war, Hänsel und Gretel befreit und mit dem Vater vereint ist, gingen in der Ziegenhainer Kulturhalle 60 fesselnde Theaterminuten zu Ende. Das theater 3 hasen oben spielte vor ausverkauftem Haus erstmals seine neue Produktion.
Märchen sind vielfältig auslegbar. Die Aufführung des theaters 3 hasen oben, unter der Regie von Günter Baldauf, garantierte den passenden Raum dazu. War es das schlichte Bühnenbild von Udo van der Kolk, das Kinder wie auch Erwachsene anregte? Einzig ein brauner Stoffparavent bot sich als Hintergrund auf der Bühne, mal das Wohnhaus von Hänsel und Gretel, mal das weihnachtlich illuminierte Knusperhäuschen der Hexe. Bilder, die dem Zuschauer Platz ließen, eigene Vorstellung zu entwickeln, der Fantasie freien Lauf zu lassen.
Raffiniert einfach dazu die Kostümierung in gleicher Farbgestaltung, kreiert von Sophia Burkhardt. Oder war es die überwältigende Bühnenpräsenz der Schauspieler Silvia Pahl und Klaus Wilmanns? Sie wandelten sich mit wenigen Stilmitteln in Hänsel, Gretel, Vater, Stiefmutter, Hexe oder rappendes Märchenerzählerpaar. Keine Zeit für Langeweile.
Das Schauspielerpaar ließ Bilder erleben, regte an, sie zu deuten und selbst zu entwickeln. Ein Spiel mit Gestik, Mimik und Sprache: Vater und Mutter mit hängenden Mundwinkeln und der Vater mit fragendem Blick.
Die Ursache der Armut kam schnell an den Tag: "Deine Kinder fressen uns die Haare vom Kopf", stellte die Stiefmutter fest. Ihr Fazit, die Kinder müssen fort. Hänsel und Gretel, das fantastische Team, präsentiert sich mal verzweifelt, dann ideenreich und schlau. Eintracht wird demonstriert: "Brüderchen komm tanz mit mir, ...".
Höhepunkt war der Auftritt der Hexe. "Herzlich willkommen im Zuckerkuchenparadies", rief die Verführerin mit der roten Federboa. "Fantastisch, gigantisch": Lockend ihre Sprache, gespickt mit den Adjektiven der Fernsehwerbung. Rasant ihr Abgang in den Ofen: "Good by, I love you."
Märchen müssen erzählt werden. Hier war es das Erzählerpaar, im Kapuzenpulli und mit Sonnenbrille, das mit rappenden Sprechgesang, immer wieder zur Geschichte zurückholte. Versöhnend der Abschluss der beiden: "Alle Sorgen haben nun ein Ende."                
Hänsel und Gretel, eigentlich ein bitteres Märchen, das theater 3 hasen oben bot dem Publikum eine Wundertüte der Fantasie. Erwachsene wie auch Kinder dankten es dem fantastischen Team mit tosendem Beifall.                                                              

HNA

"Der Froschkönig"


Den Staub vom Märchen pusten

...Wie eine gut gefüllte Schatztruhe kommt ihr neues Stück "Der Froschkönig" daher. Immer neue Überraschungen finden sich darin – und jede schillert in einer anderen Farbe... Als kauzige Märchensucher pusten Wilmanns und Pahl Staub von der leuchtend orangen Bühnenkulisse... Was die Schauspieler eigentlich unter der Staubschicht hervorholen, ist die Fantasie...
Freude am Spiel und am Verwandeln... Ein Märchen, wie man es sich zu allen Zeiten wünscht.                                                                      HNA

Silvia Pahl und Klaus Wilmanns vom theater 3 hasen oben holten das Märchen vom Froschkönig buchstäblich aus dem Verborgenen. Denn zu Beginn traten die beiden als Märchensucher auf, die mit Pinseln bewaffnet alte Mauern abstauben...
Die beiden Schauspieler verstanden es, das begeisterte Publikum durch eine ausdrucksstarke Mimik und Körpersprache zu verzaubern. Zudem schufen sie durch ihre musikalischen Fähigkeiten eine wundervolle Atmosphäre.                                       

HNA

Das "theater 3 hasen oben" liefert mit dem "Froschkönig" ein Meisterstück! Brillant, wie mit einfachsten Mitteln großes Theater vermittelt wurde. Durch geschickte Rollen-, Kostüm- und Kulissenwechsel gelang es den zwei Theatermachern, ein Stück mit vier Hauptakteuren auf eine genial einfache Bühne zu bringen... Gelungen die instrumentelle und gesangliche Untermalung des Stückes: Zarte, aber auch laute und nachhallende Klänge halfen dem Theaterstück in seiner geistreichen Klarheit

Hersfelder Zeitung.                                                                                                                                                     


Intention dieser Märcheninszenierung: die sprachliche Schönheit und Vielfältigkeit des Grimmschen Märchens in ihrer Ursprünglichkeit zu belassen. Die Sprache soll die Phantasie beflügeln, so daß keine historischen Aufbauten, prunkvolle Schlösser nötig waren, um das Leben am Hof zu erläutern. Es ist das Schlichte, was das "theater 3 hasen oben" auszeichnet: Eine sparsame, aber überlegte Benutzung von Requisiten.
Und wer sich fragt, wie der Wurf des Frosches an die Wand und die dadurch ausgelöste Zurückverwandlung in einen Prinzen erfolgte, der sah eine von Musik untermalte, zauberhafte Entkleidungsszene... einfach und doch höchst wirkungsvoll.                                                  Hersfelder Zeitung


...aus dem Archiv


"da gibt es nichts zu kichern!"
"Das Verwirrspiel, das Charms mit seinen Lesern treibt, treiben die beiden
perfekt aufeinander eingespielten und überzeugend agierenden Darsteller
Silvia Pahl und Klaus Wilmanns in Rainer 0. Brinkmanns Regie mit den
Theaterbesuchern. Im düsteren Ambiente und in karger Kulisse präsentieren
beide eine ausgeklügelte Nummernrevue, die innerlich stimmig ist und in der
kein überflüssiges Wort fällt. Sie haben ein Gespür für Charms' unschuldige
Anmut und kühle Distanz bei der Beschreibung des Ungeheuerlichen im
Nichtigen und lassen in den anderthalb Stunden ihres Spiels keine Sekunde
Langeweile aufkommen. Ihr lebendiges Spiel, das in einer comedyverseuchten
Zeit zeigt, was Komik wirklich vermag, die irrwitzen Lieder, für die
Wilmanns eine adäquate musikalische Umsetzung gefunden hat, sind eine
gelungene Hommage an den Großmeister der kleinen Form, absurder Komik und
schwarz-skurriler Pointen. Wie aus zwei Männern, die auf dem Dachfirst
schriftstellern, Rührei mit Zucchini wird, muss man einfach gesehen haben.
Aber das ist längst nicht der einzige Höhepunkt; ein Besuch lohnt sich auf
jeden Fall."   

Marburger Neue Zeitung

"Das Zusammenspiel der Darsteller Pahl und Wilmanns ist wirklich exzellent.
Überzeugend verkörpern sie mal Großmutter und Offizier, Frau und Ehemann,
Geliebte und Gedächtnislosen, ihr Spiel ist voller absurder Situationskomik,
das Bühnenbild passend einfach und doch innovativ variabel."

Gießener Allgemeine Zeitung

"...und so entfaltete sich allmählich ein zunehmend komisches und nicht selten
erheiterndes Stück, das trotz der fehlenden Gesamtgeschichte nicht in
Einzelszenen auseinanderfiel. Textliche Bezüge und das wiederholte
Aufgreifen von szenischen Motiven spannten einen Bogen und führten zu einer
erstaunlichen Geschlossenheit des Spiels. Das wurde von den zwei glänzenden,
gut aufgelegten und perfekt aufeinander eingespielten Akteuren getragen, 
die Charms Texten so viel Lebendigkeit verliehen, wie man sich für diese Art 
von Theater nur wünschen kann."

Gießener Anzeiger




"Schneewittchen"

Schneewittchen mal ganz anders

RÜSSELSHEIM Bei einer Neuinszenierung des Märchens "Schneewittchen" gelten für ein Kindertheater-Ensemble besondere Rahmenbedingungen. Denn ganz gleich, wie jung und wenig theatererfahren das Publikum sein mag, die Geschichte der Königstochter und ihrer bösen Stiefmutter ist dennoch bekannt. So bleibt den Produktionen nur die Wahl zwischen zwei Alternativen: Entweder der bereits bekannten Form entsprechen und mit Disney-Zuckerbäcker-Charme Erwartungen befriedigen oder mit viel Fantasie eine neue Erzählform finden und "Schneewittchen" aus dem Dornröschen-Schlaf des immer Gleichen erwecken.

Eindrucksvoll gelungen ist letzteres dem Ensemble "Drei Hasen oben", das mit seiner Version des Grimm-Klassikers am Sonntag im Theater für eine Stunde gebannter Stille sorgte.

Opulenz für die Ohren, Reduktion für die Augen - so ist die Strategie am ehesten zu beschreiben, die Regisseur Günther Baldauf eingeschlagen hat, um seinem "Schneewittchen" Eigenständigkeit zu verleihen, ohne dabei die Textvorlage umzuarbeiten. Gerade zwei Spieler, das eingespielte Duo Silvia Pahl und Klaus Wilmanns, braucht es, um die Märchen-Figuren lebendig auf die Bühne zu bringen. Der Aufwand für die Rollenwechsel ist verblüffend gering. Einmal die Haare hoch gesteckt, schon hat sich Pahl vom hübschen Schneewittchen in die Stiefmutter verwandelt. Der Jäger taucht mal als Schatten auf einer Rolle Küchenpapier, mal als umfunktionierter Schmink-Pinsel auf, stilisierte Zwerge erscheinen als Rassel-Eier mit Filzhut und trotz der Abstraktion wirken alle Figuren mindestens so lebendig, als stünden sie leibhaftig auf der Bühne.

Erreicht wird das durch ein Zusammenspiel von engagierter Schauspielerei und der Rolle von Klaus Wilmanns, der nicht nur die Zwerge mimt, sondern sich vor allem als Geräuschemacher verdingt und neben viel Atmosphäre auch für Einblicke in die Kunst der Live-Vertonung sorgt.

Main-Echo 29.01.2008

 

"Hänsel und Gretel"