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| Ein Verwandlungswunder für alle ab 4 Märchensucher 1, Prinzessin, Heinrich Silvia Pahl nach den Gebrüdern Grimm Märchensucher 2, König, Frosch, Prinz Klaus Wilmanns Regie Günther Baldauf Stückentwicklung Baldauf, Pahl, Wilmanns Liedtexte Silvia Pahl Komposition Klaus Wilmanns, Silvia Pahl Bühnenbau Udo van der Kolk, Wilmanns, Baldauf Bühnenmalerei Silvia Pahl, Klaus Wilmanns Kostüme Elke Stumpf, Cornelia Kahlert, Sophia Burghardt und Schülerinnen der Nähklasse Max-Eyth-Schule Alsfeld Requisite Udo van der Kolk Filz-Requisite Beate Fröhlich, Silvia Pahl Licht und Ton Klaus Wilmanns Plakat Uli Krappen Programmheft Silvia Pahl, Klaus Wilmanns Begleitausstellung Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Steinwaldschule Neukirchen |
Goldorange erstrahlt die Bühne, aus der Ferne erklingt ein ungewöhnlicher
exotischer Gesang. Wie von Zauberhand öffnet sich die güldene Bühnenwand,
singend und musizierend erscheinen zwei kauzige Gestalten.
Ausgerüstet mit Pinsel und Lupe, Kontrabass und Glockenspiel ziehen sie
durch die Welt und suchen nach alten Märchen. Und sie werden fündig.
Auf den Wänden und am Boden legen die Märchenarchäologen verblichene
Buchstaben frei: „In den alten Zeiten, wo das Wünchen noch geholfen
hat, lebte ein König...“, schon sind wir mittendrin im Hausmärchen
Nr. 1 der Gebrüder Grimm, im Froschkönig.
Nach diesem amüsanten Auftakt schlüpfen die 2 Darsteller unter der
Regie von Günther Baldauf in die Rollen des Märchenklassikers und
mit jedem neuen Auftritt geht ein Raunen durch das Publikum. Klaus Wilmanns,
eben noch begriffsstutziger Märchensucher, erscheint völlig verwandelt
im prächtigen Hermelinsmantel, imposant mit Krone und Zepter (Requisiten
aus Filz von Fröhlich/Pahl) und schwärmt von den Vorzügen des
König-Seins.
Nicht weniger beeindruckend die Wandlung Silvia Pahl’s von der energischen
Märchensucherin zur zarten Prinzessin. Im wallenden rosa Seiden-Brokatkleid
(Kostüme: Elke Stumpf), das Goldkugellied auf den Lippen tänzelt
sie durchs Leben und versucht der Strenge und Einsamkeit des Prinzessinen-Daseins
nur die Sonnenseiten abzugewinnen. Dies gelingt auch bis zu jenem Tag, an
dem ihre geliebte goldene Kugel in den Brunnen fällt und sie Bekanntschaft
mit dem Frosch macht.
Dieser quirlige Wasserpatscher (K. Wilmanns) ergötzt sich an seiner selbsterfundenen
Froschsprache und begeistert die kleinen und großen Zuschauer. Der verliebte
Frosch bietet der Prinzessin seine Hilfe an und entlockt ihr jenes verhängnisvolle
Versprechen – er soll ihr Geselle sein – welches sie jedoch niemals
einzulösen gedenkt... und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Wie sie das tut, ist eine einzige Freude. Da wird durch ein Schattenspiel
die Bühnenwand kurzerhand zum Brunnen und die Zuschauer werden Zeuge,
wie die Kugel bis auf den Grund versinkt. Da wandeln die Darsteller die Szenerie
in magischer Geschwindigkeit mit wenigen Handgriffen vom Brunnen zum Esszimmer,
zum Schlafgemach, zur Kutschfahrt und verbreiten dabei ihre geballte Spielfreude.
Sie würzen ihr gekonntes Schauspiel mit Liedern, Solo oder im Duett.
Der Frosch quakt den Blues am Bass, die Prinzessin schlägt den off-beat
auf dem Glockenspiel.
Ein highlight ist die Szene an der königlichen Tafel, wenn die adelige
Mahlzeit durch die Tischmanieren des Frosches entgleist und die Prinzessin
mehr und mehr in Bedrängnis gerät, weil der Königsvater über
die Einhaltung ihres Versprechens wacht.
Schließlich gelingt der Königstochter doch ein Befreiungsschlag
– der Frosch hat es sich inzwischen an ihrer Seite in ihrem „seidenen
Bettlein“ bequem gemacht – mit dem Mut der Verzweiflung schleudert
sie den Plagegeist an die Wand. Dieser Wurf und die folgende Häutung
des Frosches zum Prinzen werden genüßlich in Zeitlupe zelebriert.
Die Wandlung erinnert an eine Geburt. An deren Ende gibt es zwei Neugeborene,
die einander verlegen und scheu gegenüberstehen und sich verlieben. Zum
Abschluß geht es in rasanter Fahrt (S. Pahl in fliegendem Wechsel zwischen
Prinzessin und eisernem Heinrich) auf goldenen Stühlchen, die eine Kutsche
markieren, untermalt von percussionistischem Pferdegetrappel immer in Richtung
happy-end.
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Technische Bedingungen:
Diese Produktion wurde gefördert durch den Fonds Darstellender
Künste e.V. aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung
für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, dem Kreisausschuss
Schwalm-Eder und der Stadt Schwalmstadt. |